DAS BESSERE ICH

Ausstellung der 12. Klassen FOS Weiden / Gestaltung

Eröffnung
Donnerstag, 27. April 2017, 19 Uhr

Ausstellungsdauer
28. April – 5. Mai  2017

Geöffnet
So 14 – 18 Uhr, Do bis Sa 21 – 24 Uhr
Eingang durch das Vereins-Lokal Neues Linda

Gestalter der zwölften Jahrgangsstufe der FOS/BOS Weiden präsentieren ihre Werke zum Thema Selbstoptimierung Bei der Ausstellung der FOS/BOS Weiden, einer Wiederaufnahme der gelungenen Zusammenarbeit mit dem KV nach dem FOS-BOS-Neubau, dreht sich diesmal alles um das vermeintliche bessere Ich. 

Denn Selbstoptimierung liegt derzeit im Trend. Sie beherrscht unser Leben. Doch das Streben nach immer mehr „Optimum“ treibt manch einen in den Wahnsinn. Für wiederum andere ist es ein Glücksgefühl, aus seinem Leben das vermeintlich Maximale herauszuholen. Die Gestalter der zwölften Jahrgangsstufe nehmen sich dem kontrovers diskutierten Thema der Selbstoptimierung künstlerisch an. 

Unter dem Titel „Das bessere Ich“ präsentieren sie Kritisches, Ästhetisches und Provokatives in Form von Objekt, Malerei, Fotografie und Installation. 

Silke Winkler

Eröffnungsrede

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Dill, liebe Ulrike Feht, lieber Jochen Lüftl, liebe Schülerinnen und Schüler, und liebe Silke

für den Kunstverein Weiden ist diese heutige Veranstaltung eine ganz herausragende Veranstaltung, eine Veranstaltung, die viele Blickpunkte bündelt, und ich danke Ihnen, danke Euch für das zahlreiche Kommen, das diese Feststellung und Ansicht unterstreicht.

Herausragend und mich froh stimmend ist sie zum einen deswegen, weil ich einmal wieder erleben darf, dass meine langjährige Mitstreiterin Silke Winkler am guten alten Rednerpult steht, einem dadaistischen Objekt geschaffen und dem KV geschenkt von Uwe Müller. Das Bild, das sich damit darstellt, weckt gute Erinnerungen.

Zum anderen freut es mich als Vorstand des Kunstverein Weiden, dass die Distanz die in Folge des Schulgebäude-Neubaus entstanden ist, die Distanz zwischen dem Weidener Hochschulviertel und der Weidener Boheme, dem Cafe Linda und den Installateuren fragwürdiger Betonskulpturen im öffentlichen Raum nur eine räumliche ist, ich würde mich freuen, wenn diese Brücke, die uns heute hier zusammenführt, auch in Zukunft weiter bestehen würde.

Dass wir damit ein Besucherzahlenwunder erfahren, ist – ich will es nicht verhehlen – ein sehr erfreulicher Aspekt. Aber der Gewinn für uns und darüber hinaus für die Kunst ganz allgemein, liegt nach meiner Auffassung in dem Moment des Netzwerkertums, das damit ein Stückweit Gestalt bekommt, bzw auf ein bereits schon ansatzweise bestehendes Netzwerk verweist. Im Bezug auf den Ausstellungstitel, Selbstoptimierung, liefert unsere Kooperation einen Beitrag zur Optimierung der Lage des regionalen Künstlertums, einen Beitrag, der mehr als nur ein Denkanstoß ist. Er schließt unmittelbar an die Idee an, die als Folgeausstellung auf die Ihre heute in vierzehn Tagen den Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern/Oberpfalz ins Haus holt und somit Jung und Alt, Ausbildung und Beruf, Gegenwart und Zukunft unter einem Dach zusammenbringt.

Jetzt verstehen Sie, warum uns heute diese Ausstellung mit den jungen schöpferischen Kräften aus dem Zweig Gestaltung der FOS/BOS so große Freude macht, es gibt einen tieferen Zusammenhang. 

Seit Jahren führt der KV Weiden eine Projekt- und Veranstaltungsreihe durch, die unter dem Titel „Institutionen des Kunstbetriebs“, Bewusstsein für das Ganze herstellen und den Blick über den Tellerrand des engeren Eigeninteresses wecken möchte. Dass das auch praktische Effekte zeitigt, zeigt das Beispiel der Kulturkooperative Oberpfalz KoOpf, die vom KV Weiden 1999 initiiert wurde, seitdem bringen seine mittlerweile um die 20 Mitglieder, Kunsteinrichtungen der Region, jährlich ein Programmheft heraus, das über und für das ganze bayerisch - böhmische Grenzland Kunstwerbung macht. 

Diese FOS/BOS-Ausstellung, die uns heute zusammenführt, ist dabei. Seite 10. Auf Deutsch-Tschechisch.

Bitteschön! Das in diesem Falle unter dem Label KoOpf selbst organisierte Kunst-Marketing setzt Zeichen. Ich gebe Ihnen gerne ein paar Hefte mit. Diese Institution und etliche andere Institutionen, denen wir bereits Ausstellungen gewidmet haben, bilden eine Landschaft, in der sich die Künstlerinnen und Künstler auskennen müssen. Das sind die Galerien, die Kunstkritik, die Nachlassverwaltung, die Museen, die Kunstvereine, die Sammlungen, die Künstler-Vereinigungen, die Akademien und last but not least, die Schulen ... Wow, da sind wir wieder!

Ja genau, Volltreffer, die FOS/BOS ist in dieser Sammlung ein Volltreffer, und handelte es sich um eine Briefmarkensammlung, dann wärt Ihr heute, liebe Schülerinnen und Schüler nebst Euren Lehrkräften, im Überschwang meiner Gefühle für mich die Blaue Mauritius.

Wolfgang Herzer