VON A BIS ZETT

Teil 1

Der BBK (Berufsverband bildender Künstler) Niederbayern/Oberpfalz
und seine Künstler/Innen von A bis M

Eröffnung
Freitag, 12. Mai, 20 Uhr

Ausstellungsdauer
12. Mai – 02. Juli 2017

Geöffnet
So 14 – 18 Uhr, Do bis Sa 21 – 24 Uhr
Eingang durch das Vereins-Lokal Neues Linda

Alois Achatz, Pauline Ader, Rayk Amelang, Wilfried Anthofer, Marlies Bartl, Ludwig Bäuml, Stefan Bircheneder, Ursula Bolck-Jopp, Dietmar Bongard, Werner Claßen, Gisela Conrad, Herbert Farnholz, Stefan Giesbert Fromberger, Peter Gigglberger, Erika Einhellinger, Michaela Geissler, Florian Geissler, Gisela Griem, Andreas Guber, Barbara Gufler, Ute Haas, Renate Haimerl-Brosch, Ulrike Heß, Rose Heuberger, Annegret Hoch, Barbara Sophie Höcherl, Theodor Holzer, Renate Höning, Georg Hornung, Alfred Kainz, Rita Karrer, Ekkehard Keppler, Hildegard Klepper-Paar, Christian Kölbl, Helmut Langhammer, Ruthild Langhammer, Fritz Königbauer, Elsa Lindner, Stefan Link, Maria Maier, Günter Mauermann, Josef Mayer, Manfred Mayerle, Barbara Muhr

 

Seit 2014 führt der Kunstverein Weiden eine Ausstellungsreihe bezüglich der Institutionen des Kunstbetriebs durch, um dem Publikum den ganzen Bereich der miteinander verbundenen und interagierenden künstlerischen Wert-Bestimmungs-Faktoren zu veranschaulichen. Dabei soll auch das Publikum selber animiert werden, seine Rolle als Dialog-Partner, Nutzer, Animateur, Kritiker und Förderer zu reflektieren.

Eine besonders wichtige Rolle im Betriebssystem Kunst, die Rolle als Solidar-Gemeinschaft und Lobby, spielt der Berufsverband Bildender Künstler (BBK).

Der Berufsverband Bildender Künstler mit Sitz des Bundesverbandes in Bonn ist eine Gründung aus dem Jahre 1972. Sie fand in der denkwürdigen Frankfurter Paulskirche statt und war das Ergebnis eines Kongresses, zum dem unter dem Motto „Mehr Solidarität zum gemeinsamen Handeln“ zahlreiche Künstlerorganisationen aus der ganzen Bundesrepublik zusammengekommen waren. Zweck und Folge dieser Gründung war die Einrichtung einer Plattform zur Verbesserung der sozialen und berufsspezifischen Bedingungen für Künstler/innen. Mit seinen heute mehr als 10.000 Mitgliedern ist der BBK die größte und erfolgreichste Künstler/innen-Organisation in der Europäischen Union.

Der BBK gliedert sich auf Länderebene in 15 Landesverbände, sie vertreten ein ganzes Spektrum an beruflichen, sozialen und kulturpolitischen Interessen der Künstler/Innen gegenüber Bund und Ländern und deren nachgeordneten Behörden.

Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Rahmen-Bedingungen für künstlerische Berufe in der Innen-, Finanz- und Außenpolitik, um die Kunst am Bau und die Künstler-Sozialversicherung. Das ist eine lange Geschichte, die der unausrottbare Mythos von einer Kunst, die von Luft und Liebe satt werde, gerne versteckt.

Die Anfänge der formellen Kunst-am-Bau- Regelungen gehen dabei weit zurück, auf eine Initiative des Reichswirtschaftsverbandes bildender Künstler. Der Verband berief sich auf Artikel 142 der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919: „Kunst, Wissenschaft und Lehre sind frei. Der Staat gewährt ihnen Schutz und nimmt an ihrer Pflege teil.“

Das ist eines von über vier Jahrzehnten mühsam errungenen Struktur- Momenten gerade der einen beruflichen Existenz, die das Land der Dichter und Denker explizit für sein freigeistiges Image vereinnahmt, während die künstlerische Berufs- wirklichkeit so aussieht, dass aufs Ganze gesehen die meisten Freiheits-Repräsentanten des Geistes Angehörige der niedrigsten Einkommens-Klasse im Lande sind.

Die Künstlersozialkasse (KSK), die hier seit 1983 Erleichterung schafft, ist dabei nicht unumstritten, wie man aus Unternehmerkreisen und dem Bund der Steuerzahler hört. Zitat Wikipedia: Aber: „ Auf der anderen Seite warnen der Deutsche Kulturrat sowie die Journalistengewerkschaften dju, DJV und viele andere Verbände, dass eine Abschaff- ung der Künstlersozialversicherung das Ende des freien Journalismus in Deutschland bedeutete.

In einer Erklärung aus dem Jahr 2008 forderten auch die Sprecher der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen eindringlich den Erhalt der KSK. Die Künstlersozialkasse bilde für viele Künstler und Musiker die einzige Form der sozialen Absicherung. Ihre geforderte Abschaffung bzw. „unternehmensfreundliche Reform“ würde einen Schlag ins Gesicht gerade derjenigen bedeuten, „die trotz großem Engagement und Idealismus nicht gerade zu den Gewinnern der Ökonomisierung unser Gesellschaft gehören, einer Gesellschaft, die gerade beginnt zu begreifen, welche Bedeutung die „kreative Klasse“ für ihre Zukunft besitzt.“

Die Errungenschaften, auf die der BBK mit klassenbewussten Stolz blicken kann, sind vor allem die Künstlersozialkasse, die 1983 wirksam wurde und allen freischaffenden, nicht kunsthandwerklich tätigen Vertreter/innen der verschiedenen Kunstsparten und der Publizistik, einen Zugang zur gesetzlichen Kranken- Pflege und Rentenversicherung ermöglicht, die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, die 1968 zur Wahrung der künstlerischen Urheberrechte gegründet wurde, und der Leitfaden Kunst am Bau, mit dem sich der Staat als Bauherr verpflichtet, um die 1% der Baukosten öffentlicher Gebäude für Kunstwerke zu verwenden.

Was noch aussteht ist die Einführung einer Ausstellungsvergütung. Hierzu gründete der BBK zusammen mit dem deutschen Künstlerbund, der GEDOK, der ver.di-Fachgruppe Bildende Kunst und der VG Bild-Kunst im Juni 2016 die Initiative Ausstellungsvergütung.

Weiterhin bietet der BBK eine Reihe an Projekten, turnusmäßigen Gemeinschaftsausstellungen, Symposien und Publikationen an, bei denen es um die Förderung bildungsbenachteiligter Kinder und Jugendlicher geht (Kultur macht stark), um die Demonstration der künstlerischen Vielfalt im Verein (zeitgleich-zeitzeichen), die Erörterung berufsspezifischer Themen (Jäger und Sammler, ProKunst). Die vereinseigene Zeitschrift kultur politik, die Schrift Leitlinien zur Ausstellungsvergütung, das Kompendium Anlass-Nachlass, das Auskünfte zu den Fragen des Künstlernachlasses gibt, die Studie Leitfaden für Projekte ästhetischer Bildung und anderes bieten der Künstlerschaft nützliche Informationen zur beruflichen Orientierung.

Mittlerweile avanciert der Künstler an sich zum Leitbild für die Gesellschaft von morgen. Es zeichnet sich durch eine Bündelung besonderer Schlüsselqualifikationen aus, die ihm das Zeug zum Lebens-Entrepreneur geben und in den Augen des Unternehmers zum idealen ideell-geistigen Rahmen der Gesellschaft seine Rolle hat, sondern auch in Form von kultureller Kompetenz und Umsatz-Zahlen einen ökonomischen Potenz-Faktor darstellt, der Wirtschaft und Politik zunehmend interessiert, schreitet man an etlichen Orten mittels Einrichtung von Arbeitskreisen und Foren zu einer Selbsthilfe parallel zum BBK. Seit einiger Zeit auch in Regensburg.

Der Kunstverein Weiden liegt im Wirkungs-Feld des BBK Niederbayern-Oberpfalz, der seinen Sitz in Regensburg hat. Gegründet wurde er 1946, in einer Kriegs-Trümmer-Landschaft wie viele Kunst- und Kultur-Einrichtungen nach dem Kahlschlag der Nazi-Diktatur, und folgte dem Zweck, die Lebensverhältnisse der Berufs-Künstler/Innen, unter denen es geographisch bedingt viele heimatvertriebene Flüchtlinge gab, gemeinschaftlich zu stabilisieren. Des weiteren fungierte der BBK als Bindeglied zur Modernen Kunst, die über ein Jahrzehnt lang als entartet diffamiert, systematisch entfernt und aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war. Dabei war die Oberpfalz im Bereich Malerei keine Domäne der Abstraktion, abstrakte Bildhauerei ja, landschaftliches Malen und Zeichnen wurde von Expression und Neuer Sachlichkeit getragen.

In Folgendem sollen, bevor wir uns ausdrücklich wieder dem Thema BBK widmen, Aura, Hintergrund und Struktur des regionalen Kunst- und Kulturzentrums Regensburg schlaglichtartig greifbar werden, auch auf die Gefahr der Unvollständigkeit hin. Unvollständigkeit ist bei der gegebenen Informationsfülle und dem offenen Forschungsbedarf unvermeidlich, wir können nur hoffen, dass der Mut zur Lücke, der hier wirksam wird, im Bündnis mit der künstlerischen Freiheit kein allzu schiefes Bild hervorbringt. 

Arbeitnehmer machen. Hier werden Kreativität und Innovationsfähigkeit, Individualismus, Idealismus, Selbstverwirklichung und Selbstverantwortung, Ich-Kompetenz, Ausdauer und Bedürfnislosigkeit groß geschrieben, Studien legen den Beweis vor, dass der künstlerisch tätige Bevölkerungsanteil indirekt positive Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft hat.

Unter dem Titel „Kreativwirtschaft“, der auf das Phänomen verweist, dass Kunst nicht nur im ideell-geistigen Rahmen der Gesellschaft seine Rolle hat, sondern auch in Form von kultureller Kompetenz und Umsatz-Zahlen einen ökonomischen Potenz-Faktor darstellt, der Wirtschaft und Politik zunehmend interessiert, schreitet man an etlichen Orten mittels Einrichtung von Arbeitskreisen und Foren zu einer Selbsthilfe parallel zum BBK. Seit einiger Zeit auch in Regensburg.

Der Kunstverein Weiden liegt im Wirkungs-Feld des BBK Niederbayern-Oberpfalz, der seinen Sitz in Regensburg hat. Gegründet wurde er 1946, in einer Kriegs-Trümmer-Landschaft wie viele Kunst- und Kultur-Einrichtungen nach dem Kahlschlag der Nazi-Diktatur, und folgte dem Zweck, die Lebensverhältnisse der Berufs-Künstler/Innen, unter denen es geographisch bedingt viele heimatvertriebene Flüchtlinge gab, gemein-schaftlich zu stabilisieren. Des weiteren fungierte der BBK als Bindeglied zur Modernen Kunst, die über ein Jahrzehnt lang als entartet diffamiert, systematisch entfernt und aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden war. Dabei war die Oberpfalz im Bereich Malerei keine Domäne der Abstraktion, abstrakte Bildhauerei ja, land-schaftliches Malen und Zeichnen wurde von Expression und Neuer Sachlichkeit getragen.

In Folgendem sollen, bevor wir uns ausdrücklich wieder dem Thema BBK widmen, Aura, Hintergrund und Struktur des regionalen Kunst- und Kulturzentrums Regensburg schlaglichtartig greifbar werden, auch auf die Gefahr der Unvollständigkeit hin. Unvollständigkeit ist bei der gegebenen Informationsfülle und dem offenen Forschungsbedarf unvermeidlich, wir können nur hoffen, dass der Mut zur Lücke, der hier wirksam wird, im Bündnis mit der künstlerischen Freiheit kein allzu schiefes Bild hervorbringt.

Das künstlerische Gemeinschaftswesen in Regensburg geht, wenn man genau sein will, bis ins 15./16. Jahrhundert, in die Zeit der Dombauhütten und Albrecht Altdorfers zurück, als Regensburg, das einstige Römer-Kastell, Freie Reichsstadt und Drehscheibe für den Ost-West- und Nord-Süd-Handel war. Die zentrale Stellung in Mittelalter und Neuzeit, die durch die Einführung des immerwährenden Reichstags in Regensburg einen besonderen Glanz bekam, verlor sich spätestens mit der Auflösung des Reichstages 1803. Der dreißigjährige Krieg und die napoleonischen Kriege streiften die Stadt nur, im zweiten Weltkrieg waren die Messerschmidt- Flugzeugwerke und die Hafenanlage von strategischer Bedeutung und wurden Ziele von Luftangriffen, in den letzten Kriegstagen wurde die Steinerne Brücke gesprengt.

Das Regensburg, das wir heute haben, steht nach München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle unter den Großstädten des Freistaates Bayern, der Regierungssitz des Bezirks Oberpfalz ist seit 1965 Universitätsstadt: Begriffe wie Klini- kum, Rhein-Main-Donau-Kanal, BMW, Toshiba, Siemens und andere verweisen auf den Begriff Fortschritt und zeigen, dass auch hier das bayerische Erfolgsrezept Laptop und Lederhose zu funktionieren scheint. Die Domstadt wurde 2006 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt, scheiterte aber bei ihrer Bewerbung um den Zuschlag zur europäischen Kulturhauptstadt 2010, Grund war, wenn man es so nennen will, ein Bannspruch, der öffentliche Widerspruch des amtierenden Bischofs gegen ein Gemälde von Martin Kippenberger, das für ein Plakat verwendet wurde und einen gekreuzigten Frosch darstellte. Dagegen kamen Kultur-Profis wie Veit Loers, Lindinger und Schmidt und Christoph Schlingensief nicht an.

Das künstlerische Leben der Vergangenheit, das man mit dem Heute verbindet, begann Anfang des 19 Jahrhunderts im Wandel der ständischen Gesellschaft zur liberalen Bürgergesellschaft. Nachdem der Versuch des Fürstprimas Carl Theodor von Dahlberg, den ein aufklärerisch-fortschrittlicher Geist bewegte, in Regensburg eine Merkantil-Zeichenschule, eine Einrichtung in der Art einer Kunstakademie, zu gründen, gescheitert war, verblieb die Kunst in der Donaumetropole als Sache einzelner Künstlerpersönlichkeiten und der bürgerlichen Selbsthilfe in Form von Vereins- und Gruppen-Bildungen, um dem Goethe-Wort zu folgen: "Wo käm die schönste Bildung her, und wenn sie nicht vom Bürger wär." Der Kunstverein Regensburg wurde, den lebenssteigernden Wert von Bild und Bildung im Blick, 1838 unter dem Protektorat des Fürstlichen Hauses von Thurn und Taxis gegründet, wo im Zusammenhang mit der Walhalla-Eröffnung auch schon mal König Ludwig I vorbeischaute.

Ob sich in den Umstand, dass hier ein Jahr später Spitzwegs „Armer Poet“ ausgestellt und verkauft wurde, Prophetisches und Leitbildhaftes hineininterpretieren lässt, bleibt Ansichtssache. Auch wenn mit Blick auf die oben genannte Kulturhauptstadtbewerbung, die ins Donauwasser fiel, da sich die Kräfte vor Ort nicht zum Großen hin bündeln ließen, einiges dafür spricht, wäre es falsch, das im Einzelnen Gegebene nicht zu würdigen. Der Kunstverein, dem die fränkische Tagespost 1904 eine „gänzlich versandete Kunstvereins-Idee“ diagnostizierte, schloss im Alter von 87 Jahren seine Pforten.

Aber damit war es mit der Kunst nicht zu Ende. Es gibt eine strukturelle Veränderung. Der „Neuer Regensburger Kunstverein“, der im Jahre 1987 gegründet wird, ist eine Künstlervereinigung, sie ist nicht wie der Namensvorgänger eine Fördervereinigung betuchter, schöngeistiger Bürger für Gegenwartskunst, wie das jedenfalls ganz nach deutscher Tradition im Ursprung gewesen zu sein scheint.

Besagter erster Kunstverein lebt im Kunst- und Gewerbe-Verein, einer Fusion aus Kunstverein und Gewerbeverein auch heute noch weiter, die 1925 stattfand und bürgerliche Schöngeistigkeit mit schöpferischem Handwerk und Gewerbe im Widerstand gegen die Industrialisierung zu einer Kampfgemeinschaft zusammenschloss.

Das Verlangen nach künstlerischem Besitz wird heute vorrangig über die Galerien-Szene gestillt, in der besonders die Galerien Peter Bäumler / Andrea Madesta und Michael Zink zu nennen sind, letztere verließ Regensburg um die Jahrtausendwende, Stationen sind München, Berlin, Waldkirchen in der Oberpfalz. Lindinger und Schmidt gründeten hier 1991 ihren Verlag nebst einer Galerie, in der sich die Creme de la Creme die Klinke reichte, 1996 ihre bundesweit vertriebene Kunstzeitung, und blieben nicht, sind jetzt in Berlin. Neben zwei Kunstmuseen, dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie, der Städtischen Galerie im Leeren Beutel und der Fotogalerie „Licht und Schatten“ in den 1990er Jahren, gibt es heute an die zehn kommerziellen Galerien, die regionale und internationale Kunst anbieten.

Anderweitig künstlerische Einrichtungen schulischer, vereinsmäßiger und festivalmäßiger Art, die seit 1945 und vorher schon an der Gestalt der Regensburger Kunstwelt mitwirken, gibt bzw gab es in Regensburg auch ein gutes Dutzend, wie der BBK in seiner Gedenkschrift zum 50 jährigen Bestehen auflistet. Erwähnenswert in Bezug auf ihre öffentliche Wirksamkeit und historische Bedeutung sind vor allem folgende:

Die Sichel 1919-21, Zeitschrift mit bildnerischen und textlichen Beiträgen aus der deutschen und europäischen Kunstwelt und eine Vereinigung von expressionistischen Dichtern und Künstlern, deren besondere Triebfeder der auch heute noch beachtete Schriftsteller Georg Britting war.

Die Künstlergruppe WARUM VÖGEL FLIEGEN, die, bestehend aus Jürgen Huber, Wolfgang Keuchl, Günther Kempf und Uli Boris Pöppl, den gesellschaftskritischen Geist des Internationalen Situationismus und der Gruppe Spur aus den 1960er Jahren wieder aufleben ließ.

In den Jahren 1986 bis 1994 unterhielt Warum Vögel fliegen einen intensiven Kontakt mit renommierten Galerien, wo sie auch Beispiele multipler Autorenschaft im Sinne ihrer Domino- Theorie vorstellte, und lud renommierte Kunst-Theoretiker und Publizisten nach Regensburg ein, die in ihrer Vortragsreihe „Politik der Kunst“ auftraten und mit Namen wie Bazon Brock, Peter Weibel, Florian Rötzer dafür sorgten, dass Regensburg eine Zeitlang als Adresse im deutschen Ästhetik-Diskurs bekannt war. 

Die donumenta ist ein Festival, das seit 2003 jährlich an mehreren Örtlichkeiten der Stadt Regensburg stattfindet und unter unterschiedlichen Themen als „Internationaler Ankerplatz für Kunst und Kultur der Donauländer“ von 2003 bis 2011 jeweils die aktuelle zeitgenössische Kunst eines Donau-Anrainerstaates zeigte. 2012 er- weiterten die Macher, allen voran die Initiatorin, die Künstlerin Regina Hellwig Schmid, den Fokus auf den gesamten Donauraum von Regensburg bis zum Schwarzen Meer (Zitat: Wikipedia).

In diesen Rahmen, den die oben genannten Namen repräsentieren, gliedert sich der BBK Niederbayern-Oberpfalz ein, als Zweckverband mit Anspruch und Tradition und Begegnungsraum der Generationen.

Die Vorsitzenden des BBL Niederbayern- Oberpfalz seit 1946 sind: Otto Baumann, Max Wissner, Franz Weichmann, Friedrich W. Vohgt, Richard Grieb, Max Geyer, Franz Weichmann, Rupert P. Preißl, Heiner Riepl, Alfred Böschl, Der jetzige erste und zweite Vorsitzende sind Ludwig Bäuml und Stefan Bircheneder.

Der BBK zählt rund 250 Mitglieder ganz verschiedener Jahrgänge, so dass er auch in seiner Altersstruktur einen signifikanten Ausschnitt und Querschnitt regionaler Kunst und Geistes-Geschichte zeigt.

Unter dem Titel „A bis Zett“ lädt der Kunstverein Weiden die Künstlerschaft, die im BBK vertreten ist, ein, unter dem Gesichtspunkt von Zeitgenossenschaft und Geschichte als Repräsentanten Oberpfälzer Kunst Position zu beziehen.

Die Ausstellung „Von A bis Zett“, deren Auswahl nach dem Zufalls-Moment der alphabetischen Reihe erfolgt, lässt sich darüber hinaus selber auch als Bild über den Bildern, als Meta-Bild betrachten.

Was sehen wir auf dieser Ebene? Da treten uns das offene Strömen der Geschichte und die Anschluss-Möglichkeiten, die jede Einzel-Position bietet, in den Blick, geordnet wie die Glieder einer DNA, die in ihren bemessenen Elementen ein Unendliches an kreativer Kraft bereithält, das Mut zum Machen macht. Make Love not War. Heimat Deine Sterne.

Wolfgang Herzer



Eröffnungsrede:

VON A BIS ZETT.

Institutionen des Kunstbetriebs: 12. Mai 2017

DER BERUFSVERBAND BILDENDER KÜNSTLER Künstler/innen des BBK Niederbayern/Oberpfalz stellen aus:

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

erlauben Sie mir eine kurze Vorbemerkung: Vielleicht wundern Sie sich über die Form der Ausstellung, in der Abgrenzungs-Leisten, alphabetische Markierungen und die Zufälligkeit der Anordnung und Bilder-Folge gleichwertig neben den eigentlichen Exponaten, den Kunstwerken in ihrer authentischen Besonderheit ins Auge stechen.

Mit dieser Ausstellung stand ich vor der Aufgabe, das Wesen des BBK zu präsentieren, das heißt die Künstler des BBK als Künstlergemeinschaft in einer spezifischen Zusammengehörigkeit, die dem einzelnen übergeordnet ist. Hier meine Lösung:

Das Arrangement der Ausstellung soll den Kern-Begriff der Kunst, die schöpferische Fruchtbarkeit, zur Anschauung bringen.

Dabei soll es an das Bild vom Schaltplan einer DNA erinnern, das die einzelnen Ausstellungs-Elemente als riesiges Potenzial  einer bildnerischen Erbgutkombinatorik darstellt und die BBK-Mitglieder/innen als kulturelle Erb-Gut-Trägerinnen auszeichnet.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

im Grunde genommen gibt es in unserem Leben, das wir ja vornehmlich als rationale Augenmenschen führen, so viele visuelle Ausflüsse des Künstlerischen, dass wir vor lauter Bäumen den Wald, sprich die Kunst nicht mehr sehen, von unserem Leben als Tast - und Bewegungs-Wesen gar nicht zu reden, und gemeint ist damit, dass wir arbeitsamen Ameisen, die wir emsig im Alltagsbetrieb unserer Kultur unterwegs sind, im allgemeinen gerade noch das Bild an der Büro-Zimmer-Wand, das Fresko in der Kirche, die Skulptur auf dem Marktplatz mit dem Begriff Kunst etikettieren können, aber darüber hinaus wenig Bewusstsein davon haben, dass auch all die unendlich vielen Betriebs-Dinge, welche die Gesellschaft benutzt, vom Dach überm Kopf bis zum Bleistiftspitzer, vom Bild auf dem Computer-Desktop bis zum Fußabstreifer, ein Aussehen haben, eine Form, eine Farbe, die nicht Mutter Natur ihren Menschenkindern schenkt, sondern das Künstlerische, die Kunst.

All überall stoßen wir auf Gestaltung, auf angewandte und freie Kunst. Auf Kultur, sozusagen auf eine zweite Natur, und gleichermaßen auf eine Kunstvergessenheit, wo sich dann beim Denkanstoß, wenn es im öffentlichen Raum wieder einmal heißt: Ist das Kunst, oder kann das weg?, die Gedächtnislücke meist mit Grimm und Grollen füllt. Das soll Kunst sein!

Ganz zu Anfang der Menschheitsgeschichte war das gar keine Frage, neben der Funktionalität besagter Dinge war der davon ungetrennte Zweck der, dass Form, Bild und Verzierung das Verhältnis zu den Göttern qua Magie in Ordnung halten, ja, das sind die Wurzeln, aus denen heraus, sich vielleicht auch heute noch die Menschen auf die Barrikaden treiben lassen.

Heute geht es bei der Kunst aber kaum noch um das ausgesprochen Göttliche, vielmehr um Selbstoptimierung durch ästhetische Stimulanz, kollektiven Status, individuelles Markenbewusstsein und den Faktor humanistischer Bildung, den sich Vater Staat z.B. im musealen Bauwesen einiges kosten lässt.

Genau das war auch das Thema der Vorgängerausstellung mit den künstlerischen Nachwuchskräften der FOS/BOS Zweig Gestaltung,   in der Folgeausstellung jetzt haben wir den Stall voll Alter Hasen! Wie schön sich der Kreis schließt!

Wenn man nach Repräsentanten für die Omnipräsenz des Künstlerischen im menschlichen Leben fragt, fallen den Befragten und Angesprochenen vielleicht ein zwei Namen wie vielleicht Michelangelo, Picasso, Baselitz und Bob Ross ein, das sind sozusagen vier Bäume, Bäume in dem Wald des Künstlerischen und der Kunst, von dem die meisten keinen Begriff haben.

Dem soll mit unserer Ausstellungs-Reihe Institutionen des Kunstbetriebs Abhilfe geschaffen werden.

Seit 2014 führt der Kunstverein Weiden eine Ausstellungsreihe bezüglich der 

Institutionen des Kunstbetriebs durch, um dem Publikum den ganzen Betrieb der miteinander verbundenen und interagierenden künstlerischen Wert-Bestimmungs-Faktoren anschaulich zu machen. Dabei soll auch das Publikum selber animiert werden, seine Rolle als Dialog-Partner, Nutzer, Animateur, Kritiker, Förderer und Teil eines Apparates zu reflektieren, bei dem es sich letztendlich wie bei der  Gsellmannschen Welt-Maschine verhält. Vom uremsigsten Produktivitäts-Gestus erfüllt produziert dieser Apparat gar nichts, außer sich selber, das mögliche Bild einer Welt, deren Zweck es ist, sie selber zu sein.

Der wahre Produzent ist der Betrachter, in dessen Auge, in dessen Geist das Kunstwerk, das Weltbild, entsteht. Dass das gewöhnlich nicht auffällt, liegt daran, dass Kunst auch eine materiell fassbare Waren-Seite hat, bei Gemälden funktioniert sie meist nach der Formel „Höhe x Breite x Faktor X“, andere Kunstformen haben eine Tarifstruktur nach Dienstleistungs-Charakter und das alles zusammen kann dann auch schon wieder Kunst sein, wenn sich die Kunst, wie es in der kunsttheoretischen Kategorie „Institutions-Kritik“ geschieht, auf die Suche nach der Kunst im Kunstbetrieb macht und mit Ad Reinhardt einmal mehr feststellt, dass Kunst Kunst ist und Alles andere Alles Andere.

Eine besonders wichtige Rolle im Betriebs-System Kunst als Solidar-Gemeinschaft und Lobby  spielt der Berufsverband Bildender Künstler (BBK). Dabei ist es, um Mitglied zu werden, nicht wichtig, festzustellen, ob etwas und was im Auge des Betrachters passiert. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Studium im Fach Bildende Kunst an einer anerkannten Kunsthochschule oder Akademie oder der Nachweis einer professionellen Ausstellungs- oder Publikationstätigkeit.

Anders gesagt heißt das aber auch, z.B. mit Blick auf die aktuelle Situation in Berlin, 2017 eine, einer von rund 150 Absolvent/innen zu sein, die sich in eine bereits gegebene Menge von 9000 Freischaffenden im Raum der Bundeshauptstadt mischen, und es werden immer mehr.

Seit den 1980er Jahren haben sich die Studienzugänge vervierfacht. Die jungen Menschen werden an den Hochschulen zugelassen, weil sie für die Auswahlgremien die Mittel zu besitzen scheinen parallel zur realistischen Gebrauchswelt, künstlerische Welten, Utopien zu bauen und sensible Weltforschung zu betreiben. 

Ihr Talent ist die Fähigkeit hybrid zu denken,  in der Sprache von Bildern und Klängen zu philosophieren, vorlogisch, unter dem Gesichtspunkt der Gleichwertigkeit.

Um für Letzteres ein Beispiel zu nennen und zu zeigen, wie schwer und nahezu grotesk es ist, das zu vermitteln ist, was Kunst ist, Folgendes: Andy Warhole fand, so zeigt es eine Film-Reportage über seinen Besuch 1971 in Deutschland, alles unterschiedslos und auf demokratische Art „pretty“.

Und nun stehen sie als brotlose Welten- und Sensibilitäts-Händler/innen auf der Straße – gerade, 2015, wird  ein "abstraktes Bild" von Gerhard Richter, das jeder, so scheint`s malen könnte, beim Auktionshaus Sotheby's für 46,6 Millionen US-Dollar verkauft, an einen anonymen Käufer - und schlagen sich oft mehr schlecht als recht durchs Leben und halten sich mit Zweit- oder Drittjobs über Wasser. 

Nur eine kleine Minderheit bekommt Anerkennung, Ausstellungen, Kataloge und Rezensionen.

In Deutschland sind es nur zwei Prozent aller Studienabgänger, die es schaffen, von ihrer Kunst zu leben. Dabei kann Niemand sagen, wir hätten zu viel Welt, Weltforschung und Sensibilität.

Es ist aber auch, wie oben schon angedeutet, zu schwer mit der Kunst: Was ist Kunst? Seit Duchamp wissen wir: Potentiell alles. Wer macht Kunst? Seit Beuys wissen wir: Potentiell alle. Wo ist Kunst? Seit dem drahtlosen Internet sagt man uns: Potentiell überall.

Bleibt also nur noch die Frage, ob sich Kunst als Lebensform, Gedankenquelle und Reizreservoir nicht erledigt hat, weil sie ursprünglich das Besondere, Unalltägliche wollte und das im Laufe der ästhetischen Revolutionen der letzten hundert Jahre verlieren musste. Adorno nennt es den „Schock“  (11.11.2011, Swantje Karich, FAZ) Da trösten auch nicht Marx und Klee mit ihren unverwüstlich berühmten Sätzen:

„Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet", so Marx,  oder „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“ so Klee.

Das heißt aber auch, dass der Wandel - und jetzt kommt es noch dicker - von den Gestaltqualitäten zu Gehaltsqualitäten, den die Kunst betreibt, keineswegs ein unverbindliches Spiel ist, es ist eine ethische Herausforderung, eine Sache der Verantwortung gegenüber den Normen des Guten Wahren und Schönen, die manchen im Zeitalter der Virtualität vielleicht zu museal verstaubt vorkommen.

Das meint jedenfalls nicht (23.09.2011 dw) Ivan Fischer, Gründer und Musikdirektor des Budapest Festival Orchestra und Chefdirigent beim National Symphony Orchestra in Washington, wenn er auf eine auch für die Bildende Kunst und für jedwede Kunst von Heute gültige Art die Formel aufstellt: Kunst kritisiert – Politiker müssen das ertragen.

Auf mitreißende Art führt er dies in einem Interview mit der Deutschen Welle aus, man könnte ihm ewig zuhören: Ich glaube schon, dass die Kunst gefährdet ist, vor allem, weil vieles von Subventionen abhängig ist und die Subvention ist in den Händen der Politiker oder Machthaber. Und hier muss man ziemlich genau die Grenzen ziehen. Ich glaube, ein Künstler muss und soll kritisch bleiben, weil ein Künstler die Wahrheit vertreten soll.

Und ein Künstler darf nie opportunistisch werden, denn dann hat er seine Glaubwürdigkeit verloren. Also der Künstler muss kritisieren, das ist seine Hauptaufgabe, und der Politiker muss Kritik ertragen können. Politiker, die Kritik ertragen, sind die guten Politiker, weil sie auch manchmal Zweifel zugeben, weil sie nicht so fanatisch glauben, dass alles richtig ist, was sie machen.

Und Politiker, die Kritik nicht ertragen können, sind die gefährlichen, weil sie so voll sind von ihren eigenen Ideen, dass sie lieber die Kritik zum Verstummen bringen möchten. Also ich glaube, man muss diese Spielregeln beibehalten: Kunst kritisiert – Politiker müssen das ertragen.

Auf einer Informations - Veranstaltung des Design - Forum Nürnberg an der OTH/ Weiden 2001 wandten wir uns an den Graf von Faber-Castell:

Auf die Frage, welche Rolle die Kunst im Design-Zusammenhang und darüber hinaus innehätte, antwortet Graf von Faber - Castell, der einen Vortrag über die Erfindung des Grip-Bleistiftes, dem Retter des deutschen Bleistiftes vor den Billig-Produkten des chinesischen Marktes, gehalten hatte, folgendermaßen: 

Die Kunst ist die Speerspitze. Sie schafft die innovativen Räume und stimulierenden Klima-Zonen, in die andere intuitiv und auf meist verschlungenen Wegen nachziehen, meist ohne Ahnung davon, woher und aus welchen Verbindungen diese Vorgaben kommen. Sie ist eine Erweiterung und Bereicherung des kulturellen Bewusstseins.

Man kann es aber auch so sagen, wie 2012 beim einem Podiumsgespräch von Eva Demski und Jürgen Huber anlässlich der Ausstellung L`Art brut in der Ausstellungreihe Kunst.Preis, der katholische Jugend-Förderung in Regensburg:

„Nicht einmal der ausgebuffteste Künstler weiß in seinem Herzen, was Kunst ist." und  „Jeder, der Kunst macht, hat einen kleinen Knall."

Auch der Wert von Kunst ist Gegenstand des Zwiegesprächs. Wie bemisst er sich? Ist es wichtig, von wem ein Werk ist? Eva Demski macht keinen Hehl daraus, dass sie der kanonisierten oder 'heilig gesprochenen' Kunst – verhökert zu absurden Preisen, verschwunden in Hochsicherheitstresoren, verkommen zu einer Ware – nicht viel abgewinnen kann (Homepage KJF).

Der Berufsverband Bildender Künstler mit Sitz des Bundesverbandes in Bonn ist eine Gründung aus dem Jahre 1971 und gliedert sich auf Länderebene in 15 Landesverbände,  sie vertreten ein ganzes Spektrum an beruflichen, sozialen und kulturpolitischen Interessen der Künstler/Innen gegenüber Bund und Ländern und deren nachgeordneten Behörden.

Dabei geht es schwerpunktmäßig um die Rahmen-Bedingungen für künstlerische Berufe in der Innen-, Finanz- und Außenpolitik, um die HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst_am_Bau"Kunst am Bau und die Künstler-Sozialversicherung.

Dazu sitzt der BBK im Deutschen Kulturrat, dem Spitzenverband der deutschen Kultur-Organisationen, ebenso vertreten ist er in der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, im Beirat der Künstlersozial-kasse und dem Sachverständigenkreis Kunst-am-Bau des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung um nur einige der Positionen zu nennen, von denen aus der BBK die Lage von Kunst und Künstlerschaft beobachtet und zu beeinflussen versucht.

Als Sachverständige wurden Vertreterinnen und Vertreter des BBK zu Anhörungen der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland des Deutschen Bundestages“ eingeladen. Seit kurzem ist der BBK auf Bundesebene auch in der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft präsent (Homepage BBK).

Insgesamt ist das eine lange Geschichte, die das Bildungs-Bürger-Märchen von einer Kunst, die von Luft und Liebe satt wird, gerne verdeckt und die neben dem Selbstbild der Moderne vom heroischen Einzelkämpfer für ein authentische Menschsein und ein Leben in der Wahrheit  verblasst.

Die Anfänge der formellen Kunst-am-Bau-Regelungen gehen auf eine Initiative des Reichswirtschaftsverbandes bildender Künstler zur Zeit der Moderne zurück. Der Verband berief sich auf Artikel 142 der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919: „Kunst, Wissenschaft und Lehre sind frei. Der Staat gewährt ihnen Schutz und nimmt an ihrer Pflege teil.“

Die Errungenschaften, auf die der BBK mit klassenbewusstem Stolz blicken kann, sind vor allem die Künstlersozialkasse, die 1983 wirksam wurde und allen freischaffenden, nicht kunsthand-werklich tätigen Vertreter/innen der verschiedenen Kunstsparten und der Publizistik, einen Zugang zur HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Krankenversicherung"gesetzlichen Kranken- HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Pflegeversicherung_(Deutschland)"Pflege und HYPERLINK "https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Rentenversicherung_(Deutschland)"Rentenversicherung  ermöglicht, die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, die 1968 zur Wahrung der künstlerischen Urheber-Rechte gegründet wurde, und der Leitfaden Kunst am Bau, mit dem sich der Staat als Bauherr verpflichtet, um die 1% der Baukosten öffentlicher Gebäude für Kunstwerke zu verwenden.

Was noch aussteht ist die Einführung einer Ausstellungsvergütung. Hierzu gründete der BBK zusammen mit dem deutschen Künstlerbund, der GEDOK, der ver.di – Fachgruppe Bildende Kunst und der VG Bild-Kunst im Juni 2016 die Initiative Ausstellungsvergütung.

Das sind teils mühsam errungene Struktur-Momente gerade der einen beruflichen Existenz, die das Land der Dichter und Denker explizit für sein freigeistiges Image vereinnahmt, während die künstlerische Berufswirklichkeit so aussieht, dass aufs Ganze gesehen die meisten Freiheits-Repräsentanten des Geistes Angehörige der niedrigsten Einkommens-Klasse sind.

Unter dem Titel „Kreativwirtschaft“, der auf das Phänomen verweist, dass Kunst nicht nur im ideell-geistigen Rahmen der Gesellschaft seine Rolle hat, sondern auch in Form von kultureller Kompetenz und Umsatz-Zahlen einen Ökonomie-Faktor darstellt, gründete die Bundesregierung 2007 die initiative Kultur- und Kreativ-Wirtschaft und schreitet man an vielen Orten mittels Einrichtung von Arbeitskreisen zur Selbsthilfe. Seit einiger Zeit auch in Regensburg.

Der Kunstverein Weiden liegt im Wirkungs-Feld des BBK Niederbayern-Oberpfalz, der seinen Sitz in Regensburg hat. Der BBK zählt als Zweckverband mit Anspruch und Tradition und Begegnungsraum der Generationen rund 250 Mitglieder. 

Er wurde 1946 gegründet, seine Mitglieder schlossen an die Tradition der Moderne an, die vom Kahlschlag der Nazi-Diktatur unterbrochen worden war, und setzten die Freiheits-Zeichen der Kunst vor allem in der Form einer expressionistischen Landschaftsmalerei.

Die Vorsitzenden des BBK Niederbayern-Oberpfalz seit 1946 sind: Otto Baumann, Max Wissner, Franz Weichmann, Friedrich W. Vohgt, Richard Grieb, Max Geyer, Franz Weichmann, Rupert P. Preißl, Heiner Riepl, Alfred Böschl,  Der jetzige erste und zweite Vorsitzende sind Ludwig Bäuml und Stefan Bircheneder.

Unter dem Titel „A bis Zett“ lädt der Kunstverein Weiden die Künstlerschaft, die im BBK vertreten ist, ein, unter dem Gesichtspunkt von Zeitgenossenschaft und Geschichte als Repräsentanten Oberpfälzer Kunst Position zu beziehen. 

Die Ausstellung „Von A bis Zett“, deren Auswahl nach dem Zufalls-Moment der alphabetischen Reihe erfolgt, lässt sich darüber hinaus selber auch als Bild über den Bildern, als Meta-Bild betrachten.

Was sehen wir auf dieser Ebene? Da treten uns das offene Strömen der Geschichte und die Anschluss-Möglichkeiten, die jede Einzel- Position bietet, in den Blick, geordnet wie die Glieder einer DNA, die in ihren bemessenen Elementen ein Unendliches an kreativer Kraft bereithält, das Mut zum Machen macht.

Make Love not War.

Heimat Deine Sterne.

Wolfgang Herzer